The Roots - undun

undun

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undun von The Roots im Review

Mit dem aktuellen Album „undun“ bringen THE ROOTS bereits ihr elftes Studioalbum in die Läden. Seit 1993 gibt es die amerikanische HipHop Band um Black Thoughts (Rap) und ?uestlove (Schlagzeug) bereits und sie gelten als Gründer des Organic HipHop. Weitere Mitglieder sind derzeit Kamal Gray (Keyboard), Captain Kirk Douglas (Gitarre), F. Knuckles (Perkusison), James Poyser (Keyboard), Mark Kelley (E Bass) und Damon „Tuba Gooding Jr.“Bryson (Sousaphon). Seit März 2009 treten THE ROOTS regelmäßig als Hausband der NBC Late Night Show „Late Night With Jonny Falcon“, aber trotz allem haben die Jungs die Zeit gefunden, ein neues Album zu produzieren und sich dabei auch noch etwas ganz Besonders einfallen lassen.

„undun“ erzählt als Konzeptalbum die Geschichte des viel zu früh verstorbenen Redford Stephens (1974 - 1999). THE ROOTS versetzen sich mit ihren Songs in die Gefühls- und Gedankenwelt des fiktiven Charakters und erzählen so von der Suche Redfords nach dem eigentlichen Sinn des Lebens. Redford steht dabei als Sinnbild für den Alltag vieler Jugendlichen auf der Straße. Solche Geschichten wurden im HipHop schon oft erzählt, aber es ist das erste Mal, dass sich jemand die Zeit dafür nimmt, dies auf einer ganzen Platte zu tun. Der Protagonist der Platte erlebt nach seinem Tod noch einmal die wichtigsten Stationen seines Lebens und findet so heraus, was dazu geführt hat, dass er schließlich wieder aus der Welt geschafft (daher der Titel „undun“) wurde.

Opener der Platte ist passender weise der Titel „Dun“, es beginnt mit einem langgezogenen Piepen, was man als die Null Linie, also den Tod interpretieren kann. Dann geht es bei „Sleep“ weiter mit ruhigen Bässen und langsamen, melodischen Gesang, bevor der Rap startet. Mit ruhigen und melancholischen Sound erzählen THE ROOTS während der folgenden Tracks von den Hoffnungen und Ängsten, von den Gedankengängen und Entscheidungen des Redford Stephen. Schritt für Schritt arbeitet der Hörer mit dem Jugendlichen seinen Weg bis zum unausweichlichen Tod auf und wird mit geradezu philosophischen Ansichten über das Leben konfrontiert.

Während der knapp 40 Minuten Spielzeit entwickelt sich auf „undun“ ein ganz eigener Flow. Alle Songs gehen nahtlos ineinander über und mit Einflüssen aus Rock, R´n B und Jazz endet die Scheibe wortlos mit dem Highlight, der vierteiligen „Redford Suite“. Zuerst wird der Titel „Redford“ als Originaltitel gespielt, dann kommen mit „Possibility (2nd Movement)“ und „Will To Power (3rd Movement)“ zwei verschiedene Versionen davon, einmal eine Streicherinterpretation und einmal eine sehr jazzlastige Version. Mit „Finatlity“ und einem Piano Akkord endet „undun“ schließlich und lässt den aufmerksamen Zuhörer nachdenklich zurück.

Bei „undun“ haben THE ROOTS den Schwerpunkt auf Qualität und nicht auf Quantität gelegt, deshalb sei ihnen mal die kürze der Scheibe verziehen. Unterstützt wurden die HipHoper von BIG K.R.I.T und DICE RAW. Auch wenn HipHop bisher nicht zu meinen bevorzugten Musikrichtungen gehörte, THE ROOTS haben mich mit „undun“ von sich überzeugen können. Auf diese Art und Weise lass ich mir den HipHop gerne mal gefallen und das Album ist bestimmt nicht das letzte Mal in meinem Player gelaufen.

02.12.2011 | Bewertung: