Lioness: Hidden Treasure
Lioness: Hidden Treasure von Amy Winehouse im Review
Nach ihrem tragischen Tod im Juli haben sich einige Produzenten und Musiker, die eng mit AMY WINEHOUSE zusammen arbeiteten, noch einmal alle ihre vielen Aufnahmen angehört, die AMY vor, während und nach den Veröffentlichungen von „Frank” und „Back To Black” gemacht hat. Alle, die mit AMY gearbeitet haben, waren sich einig, dass sie nie einen Song zweimal auf die gleiche Weise gesungen oder gespielt hat. So war es nur eine Frage der Zeit, wann es ein letztes posthumes Album der Sängerin geben würde. Anfang Dezember war es dann soweit und mit „Lioness: Hidden Treasure“ wird das letzte Werk von AMY WINEHOUSE veröffentlicht. Die zwölf Songs der Platte bestehen aus bisher unveröffentlichten Tracks, Coverversionen von Klassikern und einigen brandneuen Kompositionen.
AMYs Vater Mitch sagt über das Album: „Ich habe so viel Zeit damit verbracht, Amy hinterherzujagen und ihr eine Standpauke zu halten, dass ich nie erkannt habe, was für ein wahres Genie sie war. Erst als ich mich hinsetzte und mit dem Rest der Familie dieses Album anhörte, erkannte ich die Bandbreite von Amys Talent, von Jazz Standards bis HipHop, und es hat mir wirklich die Sprache verschlagen. ‘Halftime’ hatte ich bis dahin noch nie gehört. Es ist einfach nur unglaublich schön. Wenn die Familie nicht sicher gewesen wäre, ob dieses Album den Anspruch von “Frank” und “Back To Black” erfüllen würde, hätten wir niemals einer Veröffentlichung zugestimmt. Wir glauben, es wird eine angemessene Anerkennung an Amys musikalisches Erbe sein.” - Mitch Winehouse
„Lioness: Hidden Treasure“ beginnt mit der Coverversion von „Our Day Will Come“, das Original stammt von 1963 und wurde seitdem unter anderem von CHRISTINA AGILIERA gecovert. Die WINEHOUSE Version entwickelt aber mit ihre Reggae Einflüssen einen ganz eigenen Charme. Weiter geht es dann mit einem der drei eigenen Songs „Between The Cheats“, dieser Track wurde 2008 für eine mögliche Veröffentlichung auf einem dritten Album aufgenommen. Eine andere Eigenkomposition „Like Smoke“ wurde ebenfalls 2008 mit dem amerikanischen Rapper NAS aufgenommen. Auch wenn zu Lebzeiten kaum einer AMY WINEHOUSE mit dem Rapper in Verbindung brachte, gehörte er doch zu ihren Lieblingskünstlern. Der letzte Song des Albums ist „A Song For You” – eine herzzerreißende und emotionale Version des Leon Russell Klassikers des berühmten Donny Hathaway. Hathaway war Amys absoluter Lieblingskünstler. Der Song entstand mit einer einzigen Aufnahme, nur AMY und ihre Gitarre, in ihrem Haus in London im Frühjahr 2009 als sie mit ihren Dämonen kämpfte.
„Lioness: Hidden Treasure“ zeichnet in den zwölf Liedern die Lebensgeschichte von AMY WINEHOUSE nach. Alles beginnt mit „The Girl From Ipanema“, der ersten Aufnahme, die sie als 18 jährige gemacht hat. Weiter geht es mit Variationen ihrer großen Hits wie „Tears Dry“ und „Valerie“, beide werden hier als Balladen vorgestellt. Die aktuellste Aufnahme auf „Lioness: Hidden Treasure“ ist das Duett mit TONY BENNETT „Body And Soul“, es wurde erst im Frühling diesen Jahres aufgenommen und zeigt ein weiters mal, zu was die Sängerin fähig war. Meine Favoriten von „Lioness: Hidden Treasure“ sind „Will You Still Love Me Tomorrow“ und die Eigenkomposition „Half Time“, bei beiden Songs überzeugt AMY mit unglaublich viel Gefühl in der samtigen Stimme.
Ihr definitiv letztes Album mit neuen Tracks „Lioness: Hidden Treasure“ wurde in enger Zusammenarbeit von ihren langjährigen Produzenten Mark Ronson und Salaam Remi mit ihrer Familie zusammengestellt. Es sind zwölf Songs geworden, die einen wieder nachdenklich machen, warum eine solche Ausnahmemusikerin so früh sterben musste. AMY WINEHOUSE hätte ihn ihrem Leben noch so viele schöne Stücke schreiben können, das man damit noch viele Platten hätte füllen können. Aber das sollte nicht sein und so hinterlässt „Lioness: Hidden Treasure“ trotz seiner genialen Songs ein wenig Wehmut.
Auch wenn bei „Lioness: Hidden Treasures“ nicht nur neue Songs zu finden sind, ist den Produzenten mit diesem Album ist eine eindrucksvolle Hommage gelungen. Ich habe das Gefühl eine viel authentischer AMY als auf den bisherigen Veröffentlichungen zu erleben. Die Stimme überzeugt mit ihrer Schlichtheit und mit ihrem Gefühl. Der Titel ist ist diesem Fall passend gewählt, denn hier sind tatsächlich einige Schätze gefunden worden.



